Pflegekurs Angehörige in Düsseldorf: Kostenlos & hilfreich

Redaktion Pflege-Vermittlung Düsseldorf · Stand: Oktober 2026

Pflegekurs Angehörige in Düsseldorf: Kostenlos & hilfreich

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Pflegekurs für Angehörige vermittelt wichtiges Praxiswissen für die häusliche Pflege.
  • Die Pflegekassen übernehmen die Kosten für diese Schulungen nach § 45 SGB XI vollständig.
  • Auch ehrenamtliche Pflegepersonen ohne Verwandtschaftsverhältnis können das Angebot in Anspruch nehmen.
  • In Düsseldorf bieten verschiedene Träger sowohl Gruppenkurse als auch individuelle Schulungen direkt in der Häuslichkeit an, um den individuellen Pflegealltag zu erleichtern.

Die Diagnose einer Pflegebedürftigkeit verändert das Leben der gesamten Familie fundamental. Oft übernehmen Angehörige die Pflege zu Hause, um dem geliebten Menschen in vertrauter Umgebung beizustehen. Diese ehrenwerte Aufgabe bringt jedoch hohe körperliche und seelische Belastungen mit sich. Um Sie hierbei zu unterstützen, hat der Gesetzgeber den Pflegekurs für Angehörige ins Leben gerufen.

Was genau ist ein Pflegekurs für Angehörige?

Ein Pflegekurs ist eine Schulungsmaßnahme nach § 45 SGB XI, die ehrenamtliche Pflegepersonen stärken soll. Da Laien oft das medizinische und pflegerische Fachwissen fehlt, vermitteln qualifizierte Fachkräfte Sicherheit im Umgang mit der Pflegesituation. Ziel ist es, durch richtige Handgriffe die Lebensqualität des Pflegebedürftigen zu erhöhen und die eigene Gesundheit, etwa durch rückenschonendes Arbeiten, zu schützen. Zudem bieten die Kurse Raum, um über psychische Belastungen und Überforderung zu sprechen.

Welche Inhalte werden in einem Pflegekurs vermittelt?

Die Module orientieren sich eng am praktischen Pflegealltag und decken verschiedene Schwerpunkte ab.

Grundlagen der Körperpflege und Hygiene

Sie erlernen Techniken zur Ganzkörperwaschung im Bett, die Mundpflege zur Infektionsvermeidung sowie den richtigen Wechsel von Inkontinenzmaterialien unter Einhaltung wichtiger Hygienestandards.

Rückenschonendes Arbeiten und Mobilisation

Mithilfe der Kinästhetik lernen Sie, Bewegungsressourcen zu nutzen. Geübt wird der sichere Transfer vom Bett in den Rollstuhl sowie das Aufstehen, um Fehlbelastungen und Rückenschmerzen zu vermeiden.

Vorbeugende Maßnahmen (Prophylaxen)

Der Kurs vermittelt Wissen zur Vermeidung von Folgeerkrankungen wie Dekubitus (Druckgeschwüre), Pneumonie (Lungenentzündung) durch richtige Lagerung sowie Sturzprophylaxe im häuslichen Umfeld.

Ernährung und Nahrungsaufnahme

Besprochen werden Themen wie Mangelernährung, Dehydration und Schluckstörungen. Sie erhalten Tipps zu Hilfsmitteln und zur Ersten Hilfe bei Verschlucken.

Umgang mit besonderen Herausforderungen wie Demenz

Speziell für Demenzerkrankte werden Kommunikationsmethoden wie die Validation vermittelt, die helfen, Konflikte und Aggressionen im Alltag zu reduzieren, indem die Erlebniswelt des Betroffenen akzeptiert wird.

Entlastungsmöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Kurse informieren über Leistungen der Pflegeversicherung (Stand 2025):

  • Pflegegeld: PG2: 347 €, PG3: 599 €, PG4: 800 €, PG5: 990 €.
  • Entlastungsbetrag: 131 € monatlich ab PG 1.
  • Pflegehilfsmittel: bis 42 € monatlich.
  • Wohnraumanpassung: bis 4.180 € je Maßnahme.
  • Verhinderungs-/Kurzzeitpflege: Gemeinsamer Jahresbetrag 3.539 € (ab 1.7.2025).

Wer hat Anspruch auf einen kostenlosen Pflegekurs?

Gemäß § 45 SGB XI müssen Pflegekassen diese Kurse kostenfrei anbieten. Anspruch haben Personen, die Pflegebedürftige unentgeltlich pflegen oder dies beabsichtigen. Eine Verwandtschaft ist nicht nötig; auch Nachbarn und Freunde können teilnehmen. Ein formeller Pflegegrad muss zum Zeitpunkt des Kurses noch nicht vorliegen. Die Kosten trägt die Pflegekasse des Pflegebedürftigen.

Welche Formen von Pflegekurse gibt es?

Je nach Bedarf stehen verschiedene Formate zur Verfügung:

MerkmalGruppenkurs (Präsenz)Individuelle häusliche SchulungOnline-Pflegekurs
OrtAnbieter-RäumlichkeitenZuhause beim PflegebedürftigenDigital via PC/Tablet
FokusGrundlagen & AustauschMaßgeschneidert auf WohnsituationFlexibles Lernen
ZeitFeste TermineIndividuelle VereinbarungVöllig flexibel
VorteilEmotionale UnterstützungAnpassung an Möbel/HilfsmittelZeitlich unabhängig

Besonders die häusliche Schulung ist wertvoll, da eine Fachkraft direkt vor Ort Tipps zu vorhandenen Hilfsmitteln und dem räumlichen Umfeld geben kann.

Wie beantragen Sie einen Pflegekurs für Angehörige?

Die Beantragung erfolgt meist unbürokratisch in fünf Schritten:

  1. Bedarf klären: Wählen Sie zwischen Gruppe, Einzelschulung oder Online-Kurs.
  2. Kontakt zur Pflegekasse: Erfragen Sie eine Liste zertifizierter Anbieter nach § 45 SGB XI.
  3. Anbieter auswählen: Kontaktieren Sie Pflegedienste, Wohlfahrtsverbände oder Bildungsträger.
  4. Anmeldung: Der Anbieter rechnet meist direkt mit der Kasse ab; Sie müssen lediglich die Teilnahme bestätigen.
  5. Teilnahme: Nutzen Sie den Kurs für individuelle Fragen. Bei Veränderungen der Pflegesituation ist eine erneute Schulung möglich.

Wo bekommen Sie Hilfe in Düsseldorf?

In Düsseldorf sind die Pflegeberatung der Stadt und die örtlichen Pflegestützpunkte zentrale Anlaufstellen für neutrale Beratung. Auch Seniorennetzwerke („zentren plus“) informieren über lokale Kursangebote.

Darüber hinaus sind wir als „Pflege-Vermittlung Düsseldorf“ gerne für Sie da. Unser Service ist für Familien kostenlos. Wir unterstützen Sie bei der Suche nach ambulanten Pflegediensten und vermitteln Kontakte zu Partnern, die spezialisierte Pflegekurse oder individuelle Schulungen bei Ihnen zu Hause durchführen. Nehmen Sie Hilfe an, um den Pflegealltag gesünder zu gestalten.

Häufige Fragen

Nein, das ist nicht zwingend erforderlich. Ein Pflegekurs kann bereits in Anspruch genommen werden, wenn eine Pflegebedürftigkeit absehbar ist oder Sie die Pflege bereits übernommen haben, der formelle Antrag auf einen Pflegegrad aber noch läuft.

Ja. Der Anspruch nach § 45 SGB XI richtet sich an alle ehrenamtlichen Pflegepersonen. Ein formelles Verwandtschaftsverhältnis muss nicht bestehen, entscheidend ist die tatsächliche oder beabsichtigte ehrenamtliche Pflegetätigkeit.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie sich nach dem Pflegezeitgesetz oder Familienpflegezeitgesetz von der Arbeit freistellen lassen. Zudem gibt es das Recht auf eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung (bis zu 10 Tage) in akuten Pflegesituationen. Ein direkter gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Freistellung explizit nur für einen Pflegekurs besteht jedoch im Regelfall nicht, dies sollte individuell mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden.

Ja, wenn sich die Pflegesituation deutlich verändert – beispielsweise durch eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, eine neue Diagnose wie Demenz oder die Einführung neuer technischer Hilfsmittel –, kann eine erneute Schulung in der Häuslichkeit beantragt und von der Pflegekasse übernommen werden.

In der Regel nicht. Zugelassene Kursanbieter rechnen die Kosten direkt mit der zuständigen Pflegekasse des Pflegebedürftigen ab. Sie müssen lediglich ein entsprechendes Teilnahmeformular unterschreiben.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Beträge können sich ändern – maßgeblich ist die Auskunft Ihrer Pflegekasse. Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Pflegeberatung.

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